Arbeit, Hochsensibilität, Scanner*in

Selbstständig als hochsensible Scanner*in Persönlichkeit: Vorteile & Herausforderungen

Im heutigen Artikel möchte ich darüber schreiben, was die Vor- und Nachteile sind, wenn du als hochsensible Scanner*in Persönlichkeit selbstständig bist und was meine Gedanken zum Thema Selbstständigkeit für hochsensible Multitalente sind.

Ich habe immer wieder Kund*innen oder spreche mit Menschen, die hochsensible Multitalente sind und sich entweder selbstständig gemacht haben oder vorhaben in die Selbstständigkeit zu gehen.

Inhaltsverzeichnis

Vorteile: Selbstständig als hochsensible Scanner*in

Ich sehe dabei einige Vorteile. Zum Beispiel ist es bei hochsensiblen Personen oft so, dass sie geräuschempfindlich sind und bei ihrem Energiehaushalt auf sich achten „müssen“, sodass ein Job im Angestellten-Verhältnis in Vollzeit oft nicht unbedingt ideal ist.

Vorteile an einer Selbstständigkeit sind die Möglichkeit oft alleine in einem Büro oder im Home Office zu arbeiten, Pausen dann zu machen, wenn du sie brauchst und generell mehr auf deine Bedürfnisse zu achten, als es meiner Meinung nach angestellt möglich ist.

Es ist auch eine Frage der Belastbarkeit, die natürlich als Vor- und Nachteil gesehen werden kann. Generell habe ich allerdings den Eindruck, dass es in der Arbeitswelt sinnvoll ist nicht nach Stunden, sondern nach Projekten oder Aufträgen bezahlt zu werden – was ich auch oft als Vorteil in der Selbstständigkeit sehe.

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Ich glaube, dass es für hochsensible Menschen im Arbeitsleben besonders wichtig ist, regelmäßig Pausen zu machen und auf ihre Kapazitäten und ihren Energiehaushalt zu achten, damit sie sich glücklich und voller Energie fühlen statt ausgelaugt und erschöpft.

Hochsensible Scanner*innen sind meiner Erfahrung nach in ihrer Arbeit oft sehr gewissenhaft, aber dennoch effizient und produktiv und schaffen in kurzer Zeit richtig viel. Wenn du dann in der Selbstständigkeit insgesamt weniger Stunden arbeitest, als du es bei einer Vollzeit-Stelle tun würdest, interessiert das quasi niemanden, da du dein*e eigene*r Chef*in bist – das sehe ich als großen Vorteil an.

Wenn du ein gutes Zeitmanagement hast und immer wieder schaust, wie es dir gerade geht, welche Projekte anstehen und was eventuell neu dazu kommen soll, denke ich, dass es in der Selbstständigkeit noch am ehesten machbar ist als Multitalent weder unter- noch überfordert zu sein. Dafür bedarf es allerdings eines regelmäßigen Check-Ins und ein Nachsteuern bzw. Gegensteuern, wenn du merkst, dass es dir inhaltlich zu monoton wird oder zu überfordert bist, weil du viel zu viel zu tun hast.

Viele Ideen und viel Freiheit für Scanner*innen in der Selbstständigkeit?

Ja, natürlich haben hochsensible Multitalente immer – nicht nur in der Selbstständigkeit – viele Ideen und wünschen sich viel Freiheit. Ich denke, dass die Selbstständigkeit den großen Vorteil bietet wirklich viele Ideen auch auf dem kurzen Weg und ohne viel Bürokratie umzusetzen.

Durch die Selbstständigkeit mehr Freiheit zu haben empfinde ich als großen Pluspunkt, allerdings möchte ich auch ein bisschen Realität einbringen: Die Freiheit hast du, solange deine Selbstständigkeit gut läuft und du Aufträge hast und Einnahmen generierst.

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Wie viel Freiheit bietet die Selbstständigkeit wirklich? Meiner Meinung nach ganz schön viel, aber die Einschränkungen sind oft selbst gemacht und sehen anders aus.

Herausforderungen als hochsensibles Multitalent in der Selbstständigkeit

Das heißt eine Herausforderung für einige hochsensible Multitalente in der Selbstständigkeit ist es, eine Positionierung zu finden, die viel Freiheit und Freiraum gibt, aber die gleichzeitig auch für Außenstehende und interessierte Käufer*innen verständlich ist, sodass du Aufträge bekommst und verkaufst.

Eventuell kann auch die eigene Zeitplanung eine Herausforderung sein, wenn du eher dazu tendierst alles zu perfektionieren anstatt dir einen gewissen Zeitrahmen zu stecken und danach frei zu nehmen. Die Möglichkeit sich öfter frei zu nehmen steht der Möglichkeit immer arbeiten zu können und immer etwas zu tun zu haben gegenüber.

Zum Thema Verkaufen kann auch noch eine Herausforderung sein, dass du nicht genau weißt wie oder für welchen Preis und eventuell so empathisch und vielleicht „zu gut für die Welt bist“, dass du zu niedrige Preise nimmst oder viel kostenfrei und ehrenamtlich arbeitest.

Das Gute ist, dass ich auch viele der genannten Herausforderungen hatte und dazu nur aus Erfahrung sagen kann, dass du an allem arbeiten kannst! Du kannst dich weiterentwickeln, dazulernen, dir Unterstützung suchen und dein Mindset ändern, sodass es dir vielleicht weiterhin nicht super leicht fällt zu verkaufen, du aber mit der Zeit immer besser wirst oder Wege findest, wie es für dich funktioniert und irgendwann vielleicht von dir selbst überrascht bist und siehst, wie weit zu gekommen bist und wie leicht und mühelos du dieses Mal etwas verkauft hast. Es ist meiner Meinung nach möglich all die genannten Herausforderungen mehr oder weniger hinter dir zu lassen.

Womit soll ich mich selbstständig machen? Ich hab tausend Ideen!

Oft lese ich auch, dass hochsensible Scanner*innen so viele Ideen haben, sodass sie gar nicht wissen womit sie sich selbstständig machen sollen und am liebsten mehrere Dinge auf einmal machen müssen.

Auch ich konnte mich nicht entscheiden und habe zuerst meine Website nicht nur auf Deutsch gehabt, sondern wollte auch noch jacquelineknopp.com auf Englisch starten. Als Solopreneur*in, also wenn du selbst die/der einzige Mitarbeiter*in in deinem Unternehmen bist, merkst du schnell, dass du zeitlich nicht genug Kapazitäten hast, um unterschiedliche Projekte gleichzeitig voran zu bringen.

Daher ist mein Tipp für die Selbstständigkeit mit einem Thema/ einem Projekt zu starten und dort Vollgas zu geben und nicht gleich nach 3 Monaten aufzugeben, sondern dir Zeit zu geben und weiterzumachen, sodass alles ins Rollen kommen kann und du für dein Thema bekannt wirst.

Später kannst du dir immer noch versprechen, dass du weitere Themen dazunimmst oder ein weiteres kleines Nebenprojekt startest. Das heißt du kannst natürlich auch mehrere Sachen gleichzeitig machen und es kann funktionieren, aber oft ist es für ein einziges Projekt genug Arbeit, wenn du die Zielgruppe kennenlernst, Content erstellst (z.B. in Form eines Blogs, Podcasts oder auf Social Media) und anfängst mit Kund*innen zu arbeiten.

Where focus goes, energy flows.

Tony Robbins

Das Zitat „Where focus goes, energy flows.“ von Tony Robbins finde ich hier sehr passend, denn ich glaube, wenn du mehrere Projekte gleichzeitig startest geht der Fokus bei dir und bei allen Menschen, die deine Arbeit verfolgen, in unterschiedliche Richtungen, sodass du auch ganz unterschiedliche Ergebnisse bekommst und alles eben weniger fokussiert abläuft.

Du findest deine Positionierung, indem du anfängst

Wie hab ich entschieden als Autorin, Dozentin und Coach zu arbeiten? Es hat sich so ergeben! Ich habe mich nach Jahres des Wunschträumens endlich selbstständig gemacht – zunächst als Coach und mir dann den Traum verwirklicht mein erstes Buch zu schreiben. Als ich dann dieses Jahr mein 2. Buch „Ich kann viel und das ist gut so!“ im Verlag veröffentlicht habe, habe ich entschieden den Bereich Autorin dazuzunehmen.

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Als Dozentin arbeite ich, da ich schon viele Jahre unterschiedliche Gruppen in unterschiedlichen Bereichen unterrichtet habe und dachte, dass ich das irgendwann auch mal offiziell als eine meiner Tätigkeiten nennen kann, anstatt es nur nebenher zu machen.

Mein Ratschlag ist also: Unbedingt sofort loslegen. Nicht morgen, nicht übermorgen, sondern heute. Natürlich fühlst du dich teilweise überfordert und es fühlt sich nicht unbedingt gut an dich als hochsensibles Multitalent auf einen Begriff oder ein Thema festzulegen, aber nur wenn du mit einer Sache rausgehst und anfängst, findest du meiner Meinung nach deine wahre Positionierung.

Manchmal ist es auch gut zu merken, was man nicht möchte, und welche Aspekte einfach gut laufen, dir Spaß machen und wovon du mehr in deinem Leben oder deiner Selbstständigkeit haben möchtest.

Wenn du Existenzangst hast, Sorgen hast oder unsicher bist als Selbstständige*r, kann ich dir dazu diese Podcastfolge meines Podcasts Hochsensibel und Stark ans Herz legen.

Falls du mehr über hochsensible Multitalente erfahren möchtest, freu ich mich natürlich auch, wenn du bei meinem Buch „Ich kann viel und das ist gut so!“ vorbeischaust.

Hast du noch Fragen an mich zum Thema Selbstständigkeit als hochsensibles Multitalent? Schreib sie gerne in die Kommentare, dann schreibe ich dazu einen weiteren Blogartikel oder nehme eine Podcastfolge auf!

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