Arbeit, Persönlichkeitsentwicklung

Perfektionismus & andere Herausforderungen in der Selbstständigkeit – Interview mit Elisa Stangl

Diese Woche war Elisa Stangl bei mir für ein Interview zu Gast und war haben u.A. über das Thema Perfektionismus in der Selbstständigkeit gesprochen, aber auch über viele andere Themen, wie ihren Weg, ihre Reiselust und wieso sie nach Slowenien auswandern möchte, welche Tools sie für sich nutzt oder wieso sie Minimalistin geworden ist. Um all diese Bereiche geht es im heutigen Artikel.

Wenn du den Inhalt des Artikels lieber als Podcastfolge anhören möchtest, kannst du ganz nach unten scrollen und findest dort das heutige Interview mit Elisa Stangl in ganzer Länge.

Elisa hat sich entschlossen als Selbstständige zu arbeiten, da sie davor oft unterwegs war und dann nur wieder „zurückgekommen“ ist, um Geld zu verdienen. Aktuell ist sie dabei, sich ihre Selbstständigkeit so weit aufzubauen, dass sie ihre Familie davon ernähren kann, denn ihr Plan ist, dass sie nach Slowenien auswandern und dort ein Tiny Haus auf ihrem Grundstück bauen.

Dieses Ziel finde ich total toll und inspirierend! Elisa hat erzählt, dass sie ursprünglich aus Geldgründen Minimalistin geworden ist, mit der Zeit aber gemerkt hat, dass es dadurch viele weitere Vorteile für sie gibt.

„Ich finde es ist einfach so bereichernd, wenn man merkt, dass das Glück eben nicht im Außen ist. Wenn man sich mehr auf sich selber konzentriert, findet man das Glück eben in kleinen Momenten und Erfahrungen und merkt, dass man sich gar nicht so viel kaufen muss, um glücklich zu sein.“

Elisa Stangl

Da kann ich ihr 100 Prozent zustimmen, daher wohne ich aktuell mit meinem Freund unter anderem auch „nur“ in einer 1-Zimmer-Wohnung, um eben minimalistisch unterwegs zu sein, uns auf das nötigste zu reduzieren und Platz, Zeit und Geld zu haben für die Dinge, die uns wirklich Zufriedenheit und Glück bringen (das sind bei mir z.B. seit Jahren eher Dienleistungen oder Erlebnisse, anstatt materielle Dinge, aber das sehen glaube ich viele Menschen so).

Als Multitalent ist es ein Prozess und ein Weg, bis du „deine Themen“ oder deine Ausrichtung findest und es kann gut sein, dass sich immer wieder etwas verändert und du immer wieder etwas anpasst. Und das ist in Ordnung!

Elisa hat erzählt, dass es für sie auch eine Reise war, bei „ihrem“ Thema in der Selbstständigkeit anzukommen. Sie hat viel ausporbiert und ist zuerst mit dem Thema Reisen rausgegangen. Anschließend hat sie sich auf das Thema Reslilienz für Mütter fokussiert, bis sie schlussendlich bei ihrem aktuellen Thema „selbstbewusste Positionierung in der Selbstständigkeit“ gelandet ist.

Das finde ich super wichtig zu erkennen, denn wie so vieles im Leben, ist es für viele Selbstständige ein Prozess, bis sie bei ihrem Thema gelandet sind (der Prozess ist vielleicht auch nie abgeschlossen, weil sich immer etwas verfeinert oder anpasst).

Gerade für Multitalente ist es gut zu erkennen, dass du dich nicht „fertig“ und „vollkommen bereit“ fühlen musst, um mit deinem (aktuellen) Thema rauszugehen, anzufangen loszulegen, etwas anzubieten und zu verkaufen. Denn so richtig „fertig“ und vielleicht auch „angekommen“ fühlt man sich als Scanner*in glaube ich nie – auf jeden Fall meiner Meinung nach nicht. Warum das Anfangen so wichtig ist und wieso man manche Dinge erst dadurch lernen kann, habe ich in meinem Artikel „Was ich vom Laufen für’s Business gelernt habe“ beschreiben.

Laut Elisa ist ein ganz wichtiger Punkt ihr Enthusiasmus und ihre Zuversicht, denn sie gibt nicht auf und sucht einfach einen neuen Weg, wenn es noch nicht ganz so läuft, wie sie es sich wünscht. Als Tools nutzt sie sehr gerne das Journalling und stellt sich dabei immer wieder Reflektionsfragen und setzt Intentionen für den Tag, um sich mit ihren Ziele für’s Business (und privat) zu verbinden und wirklich zu schauen, was sie heute oder genau jetzt in den nächsten 10 Minuten machen kann, um ihrem Ziel näher zu kommen.

Diese Tools nutze ich ebenso und kann sagen, dass sie neben Tools zum Projektmanagement, die mich von einer leichten Art des Prokrastinierens abhalten, goldwert sind, um mit meinem Business das zu erreichen und umzusetzen, was ich mir wünsche.

Was denkst du, wenn du das Wort „perfekt“ hörst?

Seit Elisa Mutter geworden ist, sagt sie „hat sie keine Zeit mehr für Perfektionismus in der Selbstständigkeit.“ Zu Beginn blieben ihr nur sehr wenige Stunden zum Arbeiten, daher musste sie sich genau überlegen, wie sie die Aufgaben in der vorgegebenen zeit schaffen kann.

Ich finde es wichtig zu schauen, ob hinter einer Art von Perfektionismus in der Selbstständigkeit oder auch ansonsten im Arbeitsleben eventuell Glaubenssätze stehen, die dich nicht unterstützen, indem dein/e innere*r Kritiker*in dir vorgaukelt, du seist nicht gut genug oder nur wertvoll als Mensch, wenn du Leistung bringst oder die To Do’s xyz heute auf deiner Liste abhakst.

Genauso gehört es für mich aber dazu, anzuerkennen, dass es gerade so ist und auch zu sehen, wofür meine perfektionistische Ader vielleicht gut war und was ich durch sie bisher schon „geschafft“ habe. Generell ist es für mich persönlich allerdings erstrebenswert nett zu mir selbst zu sein und mich auch nicht schlecht oder klein zu fühlen, wenn ich an einem Tag (oder ganz vielen Tagen) mal so gar nicht produktiv war, denn das ist vollkommen in Ordnung und mein Wert hängt davon genauso wenig wie von anderen Dingen ab.

Wie stehst du zum Thema Perfektionismus?

Hier kannst du die ganze Podcastfolge mit Elisa anhören:

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