Hochsensibilität, Persönlichkeitsentwicklung

Meine größten Herausforderungen & Learnings als hochsensibles Multitalent + Übung für Abgrenzung

Was sind meine größten Herausforderungen als hochsensibles Multitalent gewesen? Was waren in den Bereichen mich und meine Bedürfnisse selbst kennenlernen, Abgrenzung und Selbstliebe meine größten Learnings?

Darum geht es im heutigen Blogartikel. Falls du lieber die dazugehörige Podcastfolge hören möchtest kannst du ganz nach unten scrollen – dort findest du die Podcastfolge in voller Länge (oder auf YouTube mit Bild).

1. Mehr über dich und deine Bedürfnisse lernen

Der erste Bereich, in dem ich besonders viele Learnings hatte, der aber auch oft herausfordernd ist, ist mich selbst (noch) besser kennenzulernen. Was mir dabei geholfen hat, ist mich zu beobachten, zu reflektieren (z.B. durch Journalling oder in Gesprächen mit guten Freunden) und auch mal aufzuschreiben, welche wiederkehrenden Muster ich erkenne.

Ich habe darüber nachgedacht und mich beobachtet, um z.B. herauszufinden wann es mir gut geht und ich in Balance bin und wann mein Alltag eine Herausforderung darstellt. Mir tut es zum Beispiel sehr gut, wenn ich einen ruhigen Morgen habe und morgens Zeit für mich habe.

Ein weiterer wichtiger Bereich war meine Energiebalance. Dazu habe ich mir zum Beispiel folgende Fragen gestellt: Wann bekomme ich Energie? Was kostet mich Energie?

Mir ist es wichtig „im Flow“ zu sein, aber ich möchte nicht in die Falle tappen, immer noch mehr Projekte zu machen oder zu starten. Ich habe gelernt, dass ich auch etwas loslassen, also aufhören und abschließen kann, ohne dass ein neues Projekt bereits in den Startlöchern steht. Ich möchte nicht nur „gewzungenermaßen“ Projekte beenden, weil es sonst absolut nicht möglich wäre ein neues Projekt anzufangen, sondern auch einfach so. Ich glaube, dass neue Projekte, Menschen und Ideen auch manchmal nur in unser Leben kommen, wenn für Raum für Neues machen. Es wird immer etwas Neues geben, was diesen Raum dann füllen wird.

In meinem Onlinekurs „Mehr Selbstvertrauen als Multitalent“ haben wir letzte Woche auch über diesen Aspekt gesprochen und ich glaube das ist ein Punkt, über den viele hochsensible Multitalente nachdenken und bei dem es eventuell Lernaufgaben gibt.

Ein großes Learning von mir war auch, dass ich wirklich darauf vertrauen kann, dass sich etwas Neues ergibt. Ich bekomme immer neue Ideen und es gibt immer viele neue Chancen. Durch dieses Vertrauen kann ich mir weniger Druck machen, habe weniger das Gefühl für etwas pushen zu müssen und habe weniger Angst vor verpassten Chancen.

Aktuell ist mir auch wieder im Bezug auf meine Persönlichkeit aufgefallen, dass ich es genieße, alleine und in Ruhe lange an Aufgaben zu arbeiten und mich z.B. auf den August freue, in dem ich beruflich weniger Zeit in Menschengruppen verbringe (da ich dann sehr wenig unterrichte) und mich anderen Projekten wie einem Buchmanuskript und der Arbeit hinter den Kulissen widmen kann. Das wird mir als eigentlich introvertierte Person wirklich gut tun, obwohl mir die Arbeit mit Menschengruppen auch viel Spaß macht. Die Balance zu halten und nicht zu viel mit großen Gruppen zu arbeiten ist dabei die Kunst für mich.

2. Abgrenzung und Nein sagen

Ein weiterer Bereich, der eine Herausforderung als hochsensibles Multitalent war und in dem ich viele Learnings hatte ist das Thema Abgrenzung. Damit meine ich, in Beziehungen zu allen Menschen in meinem Leben, ob beruflich oder privat, Grenzen so zu setzen, wie ich sie empfinde und diese Beziehungen so zu gestalten, dass sie mir guttun.

Beim Thema Nein sagen geht es nicht darum, random öfter Nein zu sagen, sondern dann, wenn du in dich reinfühlst und eigentlich ein Nein fühlst, dies auch zu kommunizieren. Wichtig ist dabei zu hinterfragen, warum du eventuell in der Vergangenheit Ja gesagt hast, obwohl du es nicht wolltest wie z.B. durch gefühlte Erwartungen anderer Menschen.

Eine Übung zum Thema Abgrenzung, die ich empfehlen kann ist der sogenannte Regenschirmspaziergang.

Dabei geht es darum, dich nur auf dich zu konzentrieren und aktiv alle anderen Sinneskanäle eher „zuzumachen“, sodass du weniger Reize wahrnimmst, wenn du beispielsweise durch einen lauten und vollen Bahnhof laufen musst. Das kannst du üben, indem du z.B. Musik anmachst und dich aktiv darauf konzentrierst, sie auszublenden und nicht hinzuhören.

Beim Regenschirmspaziergang kannst du dir vorstellen, dass du einen imaginären Regenschrim dabei hast, an dem alles abprallt und unter dem du vor anderen Reizen, Lärm und Stimmungen anderer Menschen geschützt bist. Du bleibst bei dir und konzentrierst dich auf dich und nicht auf das, was um dich herum passiert.

3. Selbstfürsorge, Selbstliebe und Selbstakzeptanz

In diesem Bereich habe ich mir oft die folgende Frage gestellt: Was brauchst ich gerade, damit es mir (noch) besser geht?

Insgesamt hat mich das Thema Selbstliebe und Selbstakzeptanz sehr beschäftigt, beispielsweise auch im Bezug auf meinen Körper. Zum Thema Körper und Selbstliebe habe ich letztes Jahr in meinem Podcast eine separate Folge aufgenommen, die du hier z.B. auf YouTube hören kannst.

Ich finde es wichtig, sich genau jetzt anzufangen so zu akzeptieren, wie man ist. Es macht nichts, wenn du mal etwas gedacht oder gemacht hast, was eigentlich nicht deinen Werten entspricht. Jeder Moment, jede Sekunden, jede Stunde und jeder neue Tag ist wieder die Chance es anders und vielleicht besser bzw. mehr so zu machen, wie du es dir wünschst.

Es macht nichts, wenn dein Körper so aussieht wie er aussieht. Du kannst ihn so lieben und akzeptieren, wie er ist, denn das bedeutet nicht, dass er immer so bleibt. Er darf sich verändern – egal wie und in welche Richtung.

Ich finde es ist in allen Bereichen in Ordnung, dass es so ist, wie es ist, denn es gibt immer gute Gründe dafür, warum das gerade so ist.

Menschen mögen dich, weil sie eine Verbindung spüren quasi von Herz zu Herz und nicht wegen irgendwelchen äußeren Faktoren, die du „optimiert“ hast. Das sind einige meiner Learnings aus diesem Bereich, die ich mir gerne immer wieder vor Augen führe.

Eine Frage, die ich mir hier oft stelle ist Folgende: Wo wünsche ich mir gerade, dass es anders wäre?

Damit habe ich direkt einen Bereich gefunden, in dem ich annehmen darf, wie es gerade ist, damit ich mehr Frieden finde und sich eventuell ein Loslassen automatisch daraus ergibt, ohne dass ich es forciere.

Workshopreihe

Da ich weiß, dass viele Hochsensible & Multitalente ähnliche Themen beschäftigen, über die ich hier im Artikel geschrieben habe, biete ich zu einigen dieser Themen in den nächsten Monaten 3-stündige Live Workshops an. Die Anmeldung ist ab jetzt geöffnet für folgende Workshops:

Wenn du dich für die gesamte Workshopreihe bis Freitag, den 02.07.21 um Mitternacht anmeldest, sparst du 15 Euro und erhältst als Bonus ein weiteres Austauschtreffen mit allen Teilnehmer*innen (und mir) der gesamten Workshopreihe nach Abschluss der 3 Workshops.

Hast du Lust dabei zu sein? Ich würde mich von Herzen freuen!

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