Hochsensibilität, Scanner*in

Hochsensible Scanner*in Persönlichkeit & Digiale Nomadin, die um die Welt reist

Cindy Göthlich hat in den letzten Jahren auf ihren Reisen einiges erlebt. Sie berichtet in der Podcastfolge u.A., welche Jobs sie beim Work & Travel in Australien gemacht hat, wie sie sich danach online als Virtuelle Assistenz selbstständig gemacht hat und wie sie danach als LinkedIn Expertin gearbeitet hat. Gleichzeitig sprechen über ihr Engagement im Tierschutz, warum sie als studierte Sozialarbeiterin nicht mehr in diesem Beruf arbeitet und was sie in der Zwischenzeit über sich selbst als hochsensible Person und Scanner*in Persönlichkeit gelernt hat.

Die ganze Podcastfolge kannst du anhören, wenn du nach ganz unten scrollst.

Etwas Gutes tun & sich sozial einsetzen als hochsensible Person

Cindy hat dual Soziale Arbeit studiert und liebt eigentlich die Arbeit mit Menschen sehr, aber rückblickend, sagt sie im Interview, fragt sie sich manchmal, wie sie das damals z.B. in einer Kita aus hochsensible Person jeden Tag viele Stunden lang ausgehalten hat. Viele hochsensible Menschen sind sehr geräuschempfindlich und so geht es Cindy auch.

„(…) bin dann in die Kindergrippe gegangen – wo ich mich heute echt manchmal frag, wie ich das geschafft hab von der Laustärke her (…)“

Cindy Göthlich

Dieses Bedürfnis spielt auch beim Reisen eine große Rolle, denn aktuell ist sie in Zypern, war aber zuvor in Ägypten und berichtet, dass es dort manchmal auch sehr laut war und das ab und zu wirklich eine Herausforderung für sie bedeutet hat.

Von Work and Travel zur Digitalen Nomadin

Als sie zuerst losgereist ist, hat sie jedoch mit Work und Travel in Australien angefangen und hatte das Digitale Nomadentum noch gar nicht so für sich selbst auf dem Schirm.

„Ich hab auf einer Apfelfarm gearbeitet, ich hab Kiwis vorbereitet für die Erntesaison, ich hab Nanny gearbeitet, ich hab als Putzfrau gearbeitet, ich habe irgendwelche Forms ausgefüllt und so. Also ich hab irgendwie alles gemacht, was ging und es hat auch immer alles Spaß gemacht, aber nur bis zu einem gewissen Punkt und dann musste etwas Neues her.

Cindy Göthlich

Sie hat (typisch für eine Scanner*in Persönlichkeit) unterwegs sehr viele verschiedenen Jobs ausprobiert und es gab auch immer irgendwo Arbeit oder Möglichkeiten.

Cindy war die letzten 3 Jahre in vielen unterschiedlichen Länder unterwegs

Doch durch ihren Partner, der schon seit Beginn der Reise online gearbeitet hat, ist sie dann inspiriert worden, sich auch online umzuschauen, um Digitale Nomadin zu werden.

Begonnen hat alles mit einem Post in einer Facebook-Gruppe. Darüber hat sie ihre erste Kundin gewonnen, die einen Auftrag für sie als Virtuelle Assistenz hatte. Ihre erste langfristige Kundin hat sie über die Plattform Upwork gewonnen. Rückblickend sagt sie, dass das super war, denn sie konnte sehr viel von dieser Kundin lernen.

Vorteile, wenn du viel ausprobierst

Ich denke übrigens, dass es als Scanner*in Persönlichkeit super ist, viele verschiedenen Jobs auszuprobieren, denn dann kannst du erkennen, was dir gut gefällt und was du auch nicht willst (vielleicht zeigt dir das, wenn du an das Gegenteil denkst, was du stattdessen möchtest).

Außerdem lernst du dich selbst und deine Befürnisse kennen und kannst auch zu allen Jobs, die du gemacht hast, notieren, was genau dir daran gut gefallen hat und warum du dich für gewisse Bereiche des Jobs begeistern kannst oder konntest.

Learnings aus 3 Jahren Reisen als hochsensible Scanner*in Persönlichkeit

Cindy hat in den letzten Jahren viel über sich gelernt und reist inzwischen viel, viel langsamer als zu Beginn. Sie wünscht sich eine Home Base (darum ist sie auch u.A. gerade auf Zypern), also einen Ort, an den sie regelmäßig zurückkommt und wo sie vielleicht auch ein paar Sachen hat, denn das hatte sie die letzten Jahre nicht.

Sie sagt, dass sie inzwischen auch mehr Zeit zum Ankommen braucht und es ihr viel zu viel wäre, vor allem auch als hochsensible Person, so zu reisen wie damals und sich dauernd auf einen neuen Ort, neue Menschen, eine neue Währung, eine neue Sprache etc. einzustellen.

„Da (in Ägypten) hatte ganz oft den Struggle, dass ich vor meinem Laptop saß und auf mir immer das Gewicht hatte, dass ich dachte „geh doch mal raus, da kannst du etwas Richtiges tun, da kannst du Leben retten, da kannst du den Tieren helfen“ (…)“

Cindy Göthlich

Abgrenzung als hochsensible Person auf Reisen

Durch die Zeit in Ägypten hat sie gelernt, dass Abgrenzung ein extrem wichtiger Begriff und ein wichtiger Prozess für sie ist, da sie immer diese Herausforderung hatte, dass sie dachte, sie müsse sich sofort um alles kümmern. Sie solle alles stehen und liegen lassen, um etwas Sinnvolles und Gutes vor Ort zu tun (mit Tieren und Menschen), anstatt z.B. online zu arbeiten.

Sich immer mehr abzugrenzen und auf sich selbst zuerst zu schauen, anstatt auf das, was andere Menschen brauchen oder was der Umwelt guttun würde, ist ein Prozess.

Um das Reisen als hochsensible Person genießen zu können, ist es ganz besonders wichtig, auf sich und seine Bedürfnisse zu achten

Mir hat letztens jemand geschrieben, dass es toll wäre eine Mauer um sich aufzubauen, und ob das als hochsensible Person gehen würde bzw. wie man das machen kann. Ich verstehe den Wunsch dahinter sehr gut, möchte allerdings darauf hinweisen, dass es auch Grenzen der Abgrenzung gibt. Also quasi gar nicht mehr empathisch zu sein und nichts mehr zu fühlen oder mitzubekommen, wird als hochsensible Person niemals möglich sein.

Dennoch ist es ein gutes Ziel, finde ich, eine Balance zu finden und bei sich zu bleiben und auf seine eigenen Grenzen zu achten, die man selbst genauso wie alle anderen Menschen wahren sollte, damit es einem gut geht.

Hier kannst du die Folge in ganzer Länge hören:

PS: Ab nächsten Montag (01.03.) ist mein Buch „Ich kann viel und das ist gut so!“ endlich erhältlich!

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