Hochsensibilität

Bin ich hochsensibel? Test (kostenlos) zu Hochsensibilität vom Psychologen Dr. Guido Gebauer

In dieser Podcastfolge geht es u.A. um die Frage „Bin ich hochsensibel?“, die Dr. Guido Gebauer dir in seinem kostenlosen Onlinetest zu Hochsensibilität beantwortet. Wir haben darüber gesprochen, wie der Test entwickelt wurde, was der Berufsweg von Guido war, warum er in Cambodia lebt und wie er seine Idee einer Partner*innenbörse (u.a. auch für Hochsensible) umgesetzt hat.

Inhaltsverzeichnis

Diesen Artikel findest du – wie alle Interview – auch als Videointerview auf YouTube oder wenn du ganz nach unten scrollst als komplette Podcastfolge am Ende des Artikels.

Berufsweg und erster Kontakt mit dem Thema Hochsensibilität

Dr. Guido Gebauer ist Diplom-Psychologe und hat in Deutschland und England studiert. Er hat in Cambridge promoviert und sich dann später als Gerichtsgutachter selbstständig gemacht. Dabei war auf die Rückfallwahrscheinlichkeiten von Straftäter*innen spezialisiert.

Ihm ist früh aufgefallen, dass er offen für neue Erfahrungen ist, sich für Wahrnehmungen und Gefühle interessiert und nicht so konventionell denkt. Nachdem er sich ausführlich mit Literatur zu Hochsensibilität beschäftigt hat, u.A. von Elaine N. Aron und anderen, z.B. im Psychologiestudium, war für ihn klar, dass er sich zu weiten Teilen im Konzept der Hochsensibilität wiederfindet.

2015 ist er von Deutschland nach Cambodia ausgewandert und hat die Plattform Gleichklang, die Vermittlung von Freundschaften und Partnerschaften basierend auf psychologischen Kriterien anbietet, gegründet.

Zunächst war Hochsensibilität bei der Vermittlung kein Kriterium, doch da es dazu viele Nachfragen gab, wurde es schließlich aufgenommen. Es kann dabei angegeben werden, ob jemand nur mit einer anderen Person gematcht werden möchte, die auch hochsensibel ist, oder auch mit anderen Menschen, die dem Konzept gegenüber offen sind und hochsensible Menschen so akzeptieren, wie sie sind.

Daraus ist dann die Entwicklung des Hochsensibilitäts-Tests entstanden. Dr. Guido Gebauer hat ihn entwickelt, um die Hochsensibilität noch präziser und einfacher zu erfassen und zu messen.

Konzeption des Hochsensibilitäts-Tests

Dabei hat er quasi nochmal von vorne begonnen und geschaut, was Menschen unterscheidet, die sagen, dass sie sie hochsensibel sind und Menschen, die ganz klar sagen, dass sie es nicht sind. Es wurden die entscheidenende Fragen ermittelt und es wurde ausgrechnet, ab wann jemand hochsensibel ist. Das Ergebnis, das beim Test rauskommt wird von vielen Menschen, die ihn machen, als plausibel und zutreffend empfunden.

Viele Fragen und Auswertungen von Onlinetests beruhen auf der Ansicht und der Meinung des/der Fragestellers*in, das heißt sie sind eher subjektiv. Bei diesem Onlinetest zum Thema „Bin ich hochsensibel?“ gibt es eine große Stichprobe an Menschen, die gesagt haben, dass sie sich mit dem Konzept der Hochsensibilität beschäftigt haben und hochsensibel sind oder nicht. Zudem wird dann objektiv geschaut und statistisch ausgrechnet, was diese beiden Gruppen trennt und wo die Trennung quasi stattfindet.

Problematische und positive Merkmale der Hochsensibilität – Worauf liegt der Fokus?

Viele andere Onlinetests betonen eher besonders problematische Merkmale der Hochsensibilität wie:

  • Druck
  • Stress
  • Nicht mit den Anforderungen der Umgebung umgehen können, die an einem gestellt werden

Guido hat sich daher gefragt, wer sagt, dass es so sein muss, dass das Konzept der Hochsensibilität ein Belastungenkonzept ist? Für ihn geht es eher um die Ressourcen, daher hat sein Test nicht nur Belastungsfragen, sondern ebenso viele Fragen zu positiven Aspekten wie z.B.:

  • Auf seine Gefühle achten
  • Viel wahrnehmen
  • erhöhtes Mitgefühl
  • vielschichtige gedanken

Bei anderen Tests, die fast ausschließlich nach Belastungen fragen, wird auch manchmal Hochsensibilität mit Angststörungen oder Depressionen verwechselt. Beides kann gleichzeitig auftreten, aber nur weil du eine Angststörung oder eine Depression hast bist du nicht automatisch hochsensibel.

Vorteile, wenn du weißt, dass du hochsensibel bist

Wenn du weißt, dass du hochsensibel bist (oder ob du hochsensibel bist), kannst du laut Guido auch besser darüber nachdenken und entscheiden, wie du leben möchtest. Dazu gehört auch die Frage, an welchen Konventionen du dich orientieren möchtest und an welchen nicht.

Gleichzeitig kann dadurch mehr Stabilität entstehen und du erlebst Hochsensibilität nicht so sehr als Belastung, da du dich mit deiner eigenen Person und deinen individuellen Möglichkeiten auseinandergesetzt hast.

Nach Cambodia auswandern

Guido berichtet im Interview ebenso, dass es ein Kindheitswunsch von ihm war, auszuwandern und Strukturen, in denen er gelebt hat, hinter sich zu lassen, um in ganz anderen Strukturen zu leben.

Ein Grund für Südostasien bzw. Cambodia war auch, dass er dort viel Verständnis für seinen achtsamen Lebensweg erfährt und auch das Gefühl hat, dass es Verstädnis gibt für Zeiten, in denen Menschen sich zurückziehen.

Ein weiter Aspekt waren praktische Dinge, wie die Umsetzung seiner Plattform Gleichklang und die Programmierung der Plattform. Auch diese Möglichkeiten sind für ihn in Cambodia gegeben.

Von der Selbstständigkeit zum Business

Ein weiterer Aspekt für die Auswanderung und die Gründung von Gleichklang war für ihn der Wunsch beruflich nicht nur selbststädnig zu sein, sondern auch unabhängig zu werden. Er ist der Meinung, dass das vielen hochsensiblen Menschen gut tun würde. Als er noch selbstständig als Gerichtsgutachter gearbeitet hat, hat er sich noch in einer fremdbestimmten Struktur befunden, wie er im Interview gesagt hat.

Partner*innenvermittlung – eine langjährige Idee

Ich weiß, dass viele hochsensible Multitalente viele Ideen haben, daher finde ich es besonders spannend, dass Guido die Idee seiner Partner*innenvermittlung schon lange hatte und dann irgendwann endlich umgesetzt hat.

Die Idee kam ihm im Studium, Mitte der 90er Jahre, als das Internet gerade erst begann, wie er sagt. Es war also eine Studienidee von Psychologiestudent*innen. Sie wollten Menschen zusammenbringen, die in ihrer Grundhaltung zueinander passen, damit sie langfristige und tragfähige Freunschaften und Partnerschaften aufbauen können.

Er hat die Idee erstmal notiert und dann ist ganz viel anderes in seinem Leben passiert – Studium, Promotion, Selbstständigkeit. Im Hinterkopf war die Idee aber immer vorhanden und er hat auch immer mal wieder darüber gesprochen. Irgendwann kam der Moment der Entscheidung und er hat entschieden, es wirklich versuchen zu wollen. 2006 ist daher die Plattform Gleichklang online gegangen. Anschließend hat es viele Jahre gedauert, bis sie lief und vor allem auch so gut lief, dass er ökonomisch davon leben konnte.

Als dies der Fall war, hat er sich entschieden seine andere Berufstätigkeit vor Ort zu beenden und Deutschland zu verlassen, um nach Cambodia auszuwandern.

Aktuell hat Gleichklang circa 21.500 Mitglieder. Große Datingplattformen haben Millionen Mitglieder, aber ein Unterschied ist, dass es dort auch viele kostenlose Mitgliedschaften gibt. Bei Gleichklang ist jede Mitgliedschaft bezahlt, es gibt aber Ermäßigungen, je nachdem, in welcher Lage du dich gerade befindest.

Der Vorteil daran ist, dass Profile nicht doppelt angelegt werden und auch keine Menschen auf den Plan gerufen werden, die nicht ernsthaft gerade nach einer Freundschaft oder Beziehung zu einem anderen Menschen suchen.

Die Vermittlung findet auf Grund der Passung der Grundhaltung statt. Das heißt, es werden Menschen zusammengebacht, die zueinander passen. Es geht allerdings nicht darum, dass sie komplett gleich sein sollen – das wäre übertrieben.

Vielmehr geht es darum, dass die zentralen Grundhaltungen übereinstimmen, also die Überzeugungen, die Einstellung und alle anderen Faktoren, die für den Lebensstil wichtig sind. Beispielsweise werden Menschen vermittelt, die eine gleiche ethische oder ökologische Grundeinstellung haben. Ein weiter Faktor bezieht sich auf die Grundwerte einer Beziehung und der Art und Weise, wie du dir deine Partnerschaft vorstellen möchtest.

Manche Menschen möchte polyamor leben (eine Minderheit auf der Plattform), während andere Menschen monogam und zusammen im gleichen Haushalt leben möchten. Solche Aspekte bestimmen z.B. die Grundhaltung auf Grund derer die Vermittlung stattfindet. Eher oberflächliche Dinge wie Hobbies sind dabei oft ganz unterschiedlich.

Zum Hochsensibilitäts-Test geht es hier: „Bin ich hochsensibel?

Hier geht es zu Gleichklang: Partner*innensuche (nach Liebe und Freundschaft)

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1 Kommentar

  1. Ich bin hochsensibel - und inzwischen froh darüber | Jacqueline Knopp

    12. Mai 2021 at 18:13

    […] hochsensibel bist, kommst du hier zu einem zuverlässigen Test. Mehr über den Test kannst du in diesem Artikel von mir […]

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