Krankheitssymptome hinterfragen — Was meine Rückenschmerzen mir sagen möchten

Krankheitssymptome hinterfragen — Was meine Rückenschmerzen mir sagen möchten

Ich hab inzwi­schen eine andere Sicht­weise im Bezug auf Krank­heit und zwar frage ich mich, was mir mein Kör­per oder meine Seele damit sagen möchte. Schmer­zen spürt man nicht im Kör­per­teil, son­dern den Schmerz emp­fin­det man im Kopf. Daher kön­nen Men­schen, denen ein Kör­per­teil fehlt, darin auch wei­ter­hin Schmerz emp­fin­den (als Phan­tom­schmerz bekannt).

Meine Psy­che mel­det sich also letzte Woche und zeigte mir an: Du hast Rücken­schmer­zen. In mei­nem Kör­per zeigte sich das so, dass ich mich schlecht bewe­gen konnte und regel­recht einen Buckel hatte. Ich konnte nicht gerade ste­hen und fühlte mich wie eine Oma.

Wenn wir nicht in Balance sind und auf eine Art leben, die uns irgend­wie nicht ganz gut tut, mel­det sich der Kör­per. Das letzte Mal hatte ich starke Rücken­schmer­zen als ich mich psy­chisch belas­tet fühlte und mir alles zu viel war. Ich ging zum Arzt, der mich zum MRT schickte und mir Kran­ken­gym­nas­tik ver­schrieb. Ich war nur ein­mal bei der Kran­ken­gym­nas­tik und wid­mete mich statt­des­sen der Wur­zel der psy­chi­schen Belas­tung und ver­ließ mei­nen dama­li­gen Job.
Ich arbeite in der fol­gen­den Zeit viel mehr psy­chisch an mei­nen Pro­ble­men und die Rücken­schmer­zen ver­schwan­den schein­bar wie von allein.

Aus die­ser Erfah­rung habe ich gelernt, dass es sich lohnt, genauer hin­zu­schauen und zu ent­de­cken, was hin­ter der Krank­heit steckt. Krank­heit ist auch nicht das pas­sende Wort — wie ich im Buch „Krank­heit als Weg: Deu­tung und Bedeu­tung der Krank­heits­bil­der” lernte — da es ledig­lich ein Sym­ptom beschreibt, dass uns der Kör­per zeigt. Daher wurde frü­her beim Arzt auch noch gefragt „Was fehlt Ihnen?“, wäh­rend man heute oft hört „Was haben Sie?“.

Meine Rücken­schmer­zen waren also nur ein Sym­ptom und ich wollte her­aus­fin­den was mir fehlt. Im Buch wird sehr gut beschrie­ben, dass man sich genau zuhö­ren muss, da sich jedes Pro­blem im Sym­ptom aus­drückt.

Ich dachte über meine Rücken­schmer­zen nach und erkannte, dass man Aus­drü­cke nutzt wie „du hast zu viel zu tra­gen“ und „du sollst dir nicht so viel auf­la­den“, die mich näher zur Bedeu­tung mei­nes Sym­ptoms brach­ten. In mei­nen Beschrei­bun­gen sagte ich sowas wie „ich kann nicht gerade gehen, das nervt… ich muss mich krumm machen“.

Ich hatte das Gefühl mich krumm machen zu müs­sen. Dies bedeu­tet für mich im über­tra­ge­nen Sinne, dass ich das Gefühl hatte viel machen und viel arbei­ten zu müs­sen.
Wir gehen noch Neu­see­land und lösen unsere gesamte Woh­nung auf. Dazu gehört als viel Büro­kra­tie. Zusam­men mit mei­ner Selbst­stän­dig­keit und ehren­amt­li­chem Enga­ge­ment habe ich viel zu viel gemacht und mir zu wenig Pau­sen genom­men.

Yin und yan also Akti­vi­tät und Pas­si­vi­tät sollte in der Balance sein, doch bei mir über­wiegt die Akti­vi­tät. Das Ent­schei­dende ist aber, dass ich dachte, dass ich mich „krumm machen muss“. Das Pro­blem lag also in mei­ner Ein­stel­lung und war damit psy­chisch, denn ich könnte eine andere Ein­stel­lung haben und weni­ger machen.
Das Sym­ptom Rücken­schmer­zen zwang mich zu einer Pause, daher finde ich es auch hilf­reich bei einem Krank­heits­sym­ptom die fol­gen­den zwei Dinge zu fra­gen: 1. Wozu bringt es mich? 2. Wovon hält es mich ab?

Aus mei­nen Rücken­schmer­zen habe ich also gelernt, dass es darum geht, dass ich das Gefühl hatte etwas machen zu müs­sen, was ich nicht muss. Ich habe gelernt, dass sie mich dazu zwin­gen Pause zu machen, was mir ermög­licht hat Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten wie dem Lesen nach­zu­ge­hen. Gleich­zei­tig wurde ich davon abge­hal­ten zu aktiv zu sein, da ich zum Bei­spiel nichts tra­gen konnte, nicht kochen konnte und kei­nen Sport machen konnte.

Ich hab auch gemerkt, dass ich andere nicht gerne um Hilfe bitte, daher konnte ich dar­aus ler­nen und diese Eigen­schaft stär­ken. Ich bin jemand, der nor­ma­ler­weise sehr aktiv ist und ich habe meist sehr viel Ener­gie und bin vol­ler Taten­drang.

In Zukunft werde ich noch mehr daran arbei­ten, dass ich mir nie mehr denke, dass ich mich wegen etwas „krumm machen muss“ und mir auch nicht zu viel auf­la­den muss. Dadurch hoffe ich, dass das Sym­ptom nicht mehr erscheint, da ich hof­fent­lich die Wur­zel des Pro­blems besei­ti­gen kann und auch in die­sem noch mehr in Balance leben kann.

Ich finde es für mich auch sehr wich­tig, sel­ber Ver­ant­wor­tung für mich und mei­nen Kör­per zu über­neh­men. Ich denke nicht, dass ein Sym­ptom zufäl­lig und ohne Grund auf­tritt. Außer­dem glaube ich nicht daran, dass ich die Ver­ant­wor­tung an Ärzte abge­ben sollte, mich in der Opfer­rolle sehe und die Ärzte dann die Sym­ptome „weg­ma­chen“ sol­len.

Ich gehe trotz­dem manch­mal zum Arzt, hab jedoch im Hin­ter­kopf, dass er mir bei der Lin­de­rung von Schmer­zen hel­fen kann, jedoch nur wenig Zeit hat und auch nicht her­aus­fin­den kann, wieso genau die Schmer­zen auf­tre­ten und was der Kern mei­nes Pro­blems ist.

Das Buch „Krank­heit als Weg: Deu­tung und Bedeu­tung der Krank­heits­bil­der“ von Thor­wald Deth­lef­sen und Rüdi­ger Dah­lke kann ich sehr emp­feh­len, da es zu neuen Sicht­wei­sen anregt: https://www.buch7.de/store/product_details/105800652?partner=jacquelineknopp * *Affi­liate Link zu Buch7 — der Buch­han­del mit der sozia­len Seite

Was ist deine Ein­stel­lung zu Krank­heit? Wie gehst du damit um wenn du krank bist?

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